Ein Landgang in Le Havre

An der Mündung der Seine erstreckt sich die Stadt Le Havre. Die Metropole in der Normandie beherbergt den zweitgrößten Hafen in Frankreich.

Die Kreuzfahrtschiffe gehen am Pointe de Floride vor Anker. Die Anlegestelle kann von zwei Seiten aus mit mehreren Schiffen belegt werden. Das Kreuzfahrtterminal befindet sich in der Mitte beider Anlegestellen und ist zu Fuß rund zwei Kilometern von der Innenstadt entfernt.

Zusätzlich bietet die Stadt ein kostenfreies Shuttle an, das vom Hafenausgang zum Rathaus verkehrt. Je nach Anzahl der Schiffe im Hafen kann es vorkommen, dass der Shuttlebus gar nicht oder nur gegen Aufpreis verkehrt. Alternativ bieten die großen Reedereien eigene Transfers für etwa 9€ an.

Ausflusgtipps

Die Stadt Le Havre wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Was nach Kriegsende folgte, war ein unvergleichlicher Wiederaufbau des Ortes. Die Straßenzüge und Gebäude wurden nach modernen Grundlagen neu konzipiert. Die Häuser entstanden alle aus Stahl und farbigen Beton.

Diese Nachkriegsmoderne verleiht Le Havre einen ganz eigenen Charme den einige lieben und andere bedauern. Seit 2005 ist die Innenstadt von Le Havre ein UNESCO-Weltkulturerbe und zu Fuß bequem zu erkunden. Weitere Informationen und Impressionen zur Stadt gibt es hier.

Ein Wahrzeichen der Stadt ist die Kirche St. Joseph. Sie wurde als eines der ersten Gebäude in der neu geplanten Innenstadt errichtet und ebenfalls aus Stahl und Beton erbaut. Der Kirchturm ist mehrere hundert Meter hoch und bereits von weitem zu erkennen.

Ein Kontrast dazu bildet die Cathédrale Notre-Dame, welche im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Diese Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls schwer beschädigt aber in den 70er Jahren wieder rekonstruiert. Doch nicht nur ein Stadtrundgang lohnt sich in Le Havre, auch ein Badetag lässt sich hier gut verbringen. Nicht weit vom Hafen entfernt gibt es einen zwei Kilometer langen Kiesbadestrand.

Ein Landgang in Le Havre
Auch ein Tagesausflug ins nahe Seebad Étretat ist lohnenswert.

Tagesausflüge in die nahe Umgebung

Wer kein Freund der modernen Architektur ist, sollte Tagesausflüge in die nähere Umgebung einplanen. Beliebt ist zum Beispiel das Seebad Étretat. Es liegt rund 30 Kilometer entfernt und erlangte Berühmtheit durch seine einmaligen Steilküsten und den eindrucksvollen Felsbogen La Porte dAval.

Nicht weniger malerisch ist das Städtchen Honfleur auf der anderen Seite der Seine. Es ist über die große Schrägseilbrücke Pont de Normandie mit Le Havre verbunden und eines der ältesten Dörfer der Region. Sehenswert ist hier neben dem mittelalterlichen Stadtkern und der alten Burgmauer vor allem die Kirche der heiligen Katharina, die komplett aus Holz erbaut wurde.

Ein weiterer beliebter Badeort für Tagesausflüge ist Deuville. Eine hölzerne, über 100 Jahre alte Strandpromenade ist hier das Highlight und jedes Jahr ein Magnet für viele Touristen. Zahlreiche denkmalgeschützte Häuser, Hotels und Villen runden das Bild der kleinen Stadt ab.

Alle drei Orte lassen sich mit dem Mietwagen innerhalb eines Tages erkunden. Passende Mietwagenstationen gibt es rund um das Hafengelände. Alternativ bieten die großen Reedereien auch regelmäßig geführte Touren nach Honfleur an. Wer es individueller mag, kann sich für rund 50€ auch mit dem Taxi fahren lassen.

Oft wird der Hafen von Le Havre mit einer Tagesfahrt nach Paris beworben. Die Tour in die französische Hauptstadt ist jedoch nur bedingt zu empfehlen, da die Entfernung von rund 300 Kilometern eine Busfahrt von etwa drei Stunden bedeutet.

Bild 1 © Sweet Ice Cream Photography via Unsplash // Bild 2 © Tanya Prodan via Unsplash